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Groß Schönebeck als energetischer Selbstversorger? Das Dorf baut an seiner Zukunft.

Geschrieben von Rainer Klemke am . Veröffentlicht in Aktuelles

Windräder zahlen sich mehrfach für unser Dorf aus

Es wird noch einige Jahre dauern, bis alle Planungs- und Genehmigungsprozesse und die Lieferengpässe bewältigt sind, aber es soll auch in Groß Schönebeck Windräder entlang der Bahnlinie und auf dem Hinterplan geben, wenn alle Voraussetzungen abschließend geklärt sind.
Das ist ein Ergebnis der öffentlichen Ortsbeiratssitzung am 2. August in der Gaststätte zur Schorfheide.

Wie Rainer Dickmann von der SAG berichtete, sieht der Integrierte Regionalplan Uckermark/Barnim unter Nr. 39 (https://uckermark-barnim.de/wp-content/uploads/SUP_iRP_UmBar_Entwurf_2022_Umweltbericht_Anh_2_Steckbriefe_WEG.pdf

die Austellung von 7 Windrädern entlang der Bahnlinie bis zu ehemaligen Mülldopnie außerhalb der Schutzgebiete vor. Wird dieser Plan so beschlossen, wovon auszugehen ist, könnte dort jeder der Teilgrundstücksbesitzer Windräder ohne weitere Genehmigungs- und Einspruchsverfahren installieren lassen. Dankeswerter Weise hat die SAG die Initiative ergriffen, alle Grundeigentümer an einen Tisch zu bringen, um ein geordntes gemeinsames Vorgehen zu vereinbaren und anzustreben, das Projekt mit einem gemeindlichen Bebauungsplan zu strukturieren. Dabei strebt die SAG auch auf eigenem Grund auf dem Hinterplan die Aufstellung weiterer 5 Windräder landschaftsschutzverträglich an und hat dazu in der Ortsbeiratssitzung einen einstimmigen positiven Beschluß des Ortsbeirates erhalten.
Mit der Aufstellung dieser Windräder wird nicht nur eine herausragender Beitrag zum Schutz des Klimas und der bedrohten Energieversorgung geleistet. Damit wird auch ein wichtiger existenzsichernder Beitrag zur Zukunft unseres landwirtschaftlichen Betriebes geleistet, der unter der schlechten Bodenqualität und den beiden Trocksommern (und kommenden Klimaverschlechterungen) sehr zu leiden hat, und es spült auch mehrere 100.000 € pro Jahr in die Etats der beiden Dörfer Groß Schönebeck und Klandorf, (mit denen sie dann selbstständig wirtschaften können), weil die anliegenden Ortschaften im Umkreis von 3 Km an den Erträgen der Windräder beteiligt sind.

Derzeit werden von einer Planungsgruppe die Unterlagen ausgearbeitet und alle Voraussetzungen geprüft (Umweltverträglichkeitsprüfung und Machbarkeit), um sie dann auf einer Bürgerversammlung vorzustellen.

 

Kann man bald mit Erdwärme in Groß Schönebeck heizen?

Schon zu DDR-Zeiten wurde auf dem Sarnow gebohrt und diese Forschungen nach der Wiedervereinigung vom Potsdamer Geoforschungsinstitut unter Leitung von Prof. Sass fortgeführt. Dort hat man zwar kein Erdöl oder Erdgas in bis zu 4 km Tiefe gefunden, wohl aber potentiell nutzbare Erdwärme. Bislang rechnete sich deren Nutzung aber noch nicht. Das ist nun unter den neuen Rahmenbedingungen (Energiekrise und klimaverträgliche Heizung) anders geworden. Daher bereitet das Forschungsinstitut nun mit allen Beteiligten einschließlich unseres Dorfes einen Forschungsantrag zu einem praktischen Versuch vor, diese Erdwärme aus ca. 2 km Tiefe (mit 65 Grad Wärme) für die Beheizung von Gebäuden in Groß Schönebeck zu nutzen, wobei zunächst an Schule, Kita, Schloß und die neue Siedlung hinter dem Schloß an der Kannegießerstraße gedacht ist.

Aber auch dabei sind noch viele Beiträge zu erarbeiten und Voraussetzungen zu klären, was einen zeitlichen Horizont von einigen Jahren bedeutet.

Mühlenstraße wird neu gebaut

Sehr viel früher als die Energieprojekte wird ein seit Jahren teils auch kontrovers diskutiertes Bauprojekt "Mühlenstraße" realisiert werden. Ortsvorsteher Andreas Zeidler informierte dazu, dass derzeit die Vermessungs- und Planungsarbeiten laufen, um ab nächstem Jahr bis einschließlich 2024 auf 1250 m Länge die Mühlenstraße von Grund auf neu zu bauen und mit einer 5,05 m breiten Asphaltdecke und durchgehender Beleuchtung auszustatten. Die Gemeinde plant dafür Kosten in Höhe von 1,6 Mio. € ein, die Anwohnenden müssen dazu keinen Beitrag leisten.

Glasfaserleitungen für Telefon werden derzeit verlegt

Auch bei der Ausstattung mit Glasfaserleitungen macht Groß Schönebeck einen großen Schritt in die Zukunft: Derzeit werden - vor allem im Durchschussverfahren - die neuen Telefonkabel im Ort verlegt. Das soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Wer dafür einen Anschluss beantragt hat (oder das in den nächsten Tagen tut). bekommt den noch kostenlos! Man wird dann noch angeschrieben, um die Entfernungen zum Haus, wo der Hausanschluss gelegt werden soll, auszumessen und Bilder davon an die beauftragte Firma zu schicken.

Infos dazu unter: https://www2.dns-net.de/de-de/schorfheide


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